Unkompliziert und für alle

10 Jahre INFO Point

Eine Anlaufstelle für alle Menschen, die Rat und Hilfe benötigen oder einfach mal mit jemandem sprechen möchten, weil sie sich allein fühlen … Unser INFO Point besteht seit zehn Jahren. Beatrice Wagner leitet ihn seit fünf Jahren.
Beratungsgespräch

Beatrice, wer besucht den INFO Point?
Beatrice Wagner: Es sind Menschen, die sich orientieren wollen bzw. müssen. Oft suchen sie finanzielle Unterstützung. Wir sind eine Art «Drehscheibe», das heisst, wenn sich jemand dazu entschieden hat, seine Sorgen und Ängste in die Hand zu nehmen, findet man schnell zum Roten Kreuz. Wir sind international bekannt – deshalb kommen Menschen mit vielen Nationalitäten, auch Schweizerinnen und Schweizer. Es gibt Personen, die nur einmal hier sind, andere sehen wir häufiger.
 

Wie hilft der INFO Point?
Wir agieren «unkompliziert» und wollen sehr niederschwellig sein. Heute habe ich mit einer Frau gesprochen, die unsere Telefonnummer von der Kesb bekommen hatte. Wir konnten ihr mit ein paar Ratschlägen weiterhelfen. Dann denke ich spontan an einen Mann aus Osteuropa. Er ist homosexuell und wurde plötzlich verfolgt. Er musste flüchten, hat Mutter, Hund und alles Vertraute zurückgelassen und ist hier enorm einsam. Für ihn ist es wichtig, mit jemandem sprechen zu können und Zuspruch sowie Menschlichkeit zu erfahren. In vielen Fällen können wir nicht direktweiterhelfen. Es gibt eine Datenbank mit ca. 350 Adressen. Wir triagieren passend und verweisen auf Institutionen, Organisationen und Stellen, die für die Anliegen der hilfesuchenden Menschen geeignet sind.

Eine Geschichte aus dem INFO Point

Wir erleben im INFO Point auch immer wieder besondere Momente, wie dieses Beispiel: Der Zirkus Knie gastierte in Luzern, doch ein Ehepaar konnte aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht gehen. Es kontaktierte den INFO Point, und wir konnten einer Familie aus Kriens mit vier Kindern die Karten weitergeben. Diese Familie hätte sich den Zirkusbesuch nie leisten können – die Kinder waren überglücklich. Das Ehepaar kaufte sogar noch weitere Karten, damit die ganze Familie einen Platz im Zirkus hatte.

Gibt es finanzielle Hilfe?
Nicht direkt, wir sind keine Anlaufstelle, die Geld verteilen kann. Das ist nicht in unserer DNA. Wir geben (solange Vorrat) zum Beispiel eine Tasche mit Lebensmitteln ab, einen Coop-Gutschein oder eine Karte für «Tischlein deck dich». Das wird nach wie vor sehr geschätzt. Ein Beispiel dafür ist eine Klientin, die nur eine halbe IV-Rente und Ergänzungsleistungen hat. Das Geld ist meistens sehr knapp. In anderen Fällen verweisen wir auf die Budgetberatung von Pro Senectute bzw. Pro Infirmis oder informieren, wo man sich für eine Prämienverbilligung melden kann. Es gibt auch Stiftungen, die direkt von Personen angesprochen werden können. Wir triagieren pragmatisch und von Fall zu Fall.
 

Wie erfahren die Menschen davon?
Unser Empfang erhält die Hilferufe und vermittelt dann weiter zum INFO Point. Wir weisen auf unserer Website auf die Anlaufstelle hin, erhalten entsprechende Mails und inzwischen kennen uns viele Behörden und andere Wohltätigkeitsorganisationen.

Benötigen Sie Hilfe? Melden Sie sich bei uns: