Beatrice, wer besucht den INFO Point?
Beatrice Wagner: Es sind Menschen, die sich orientieren wollen bzw. müssen. Oft suchen sie finanzielle Unterstützung. Wir sind eine Art «Drehscheibe», das heisst, wenn sich jemand dazu entschieden hat, seine Sorgen und Ängste in die Hand zu nehmen, findet man schnell zum Roten Kreuz. Wir sind international bekannt – deshalb kommen Menschen mit vielen Nationalitäten, auch Schweizerinnen und Schweizer. Es gibt Personen, die nur einmal hier sind, andere sehen wir häufiger.
Wie hilft der INFO Point?
Wir agieren «unkompliziert» und wollen sehr niederschwellig sein. Heute habe ich mit einer Frau gesprochen, die unsere Telefonnummer von der Kesb bekommen hatte. Wir konnten ihr mit ein paar Ratschlägen weiterhelfen. Dann denke ich spontan an einen Mann aus Osteuropa. Er ist homosexuell und wurde plötzlich verfolgt. Er musste flüchten, hat Mutter, Hund und alles Vertraute zurückgelassen und ist hier enorm einsam. Für ihn ist es wichtig, mit jemandem sprechen zu können und Zuspruch sowie Menschlichkeit zu erfahren. In vielen Fällen können wir nicht direktweiterhelfen. Es gibt eine Datenbank mit ca. 350 Adressen. Wir triagieren passend und verweisen auf Institutionen, Organisationen und Stellen, die für die Anliegen der hilfesuchenden Menschen geeignet sind.