Jasmin, wie war das Geschäftsjahr 2024?
Jasmin Stutz: Ein Bild bleibt bei mir besonders hängen: Wir haben sehr viel geleistet. Über den normalen Tagesablauf für unsere zahlreichen Angebote und Dienstleistungen hinaus beschäftigte und beschäftigt uns vor allem die Digitalisierung. Intern ist bereits vieles vernetzt – wir arbeiten schlanker zusammen. Auf nationaler Ebene werden wir bis Sommer einen grossen Meilenstein erreichen. Mein Eindruck bestätigt sich durch die Resultate der diesjährigen Mitarbeitendenumfrage, die mich besonders gefreut haben. 90 Prozent sind bereit, Überdurchschnittliches zu leisten, die Arbeitszufriedenheit liegt bei hohen 80 Prozent und 92 Prozent sind stolz, in dieser Organisation zu arbeiten. Wir sind leistungsfähig und unterstützen uns gegenseitig gut. Dann ist mir aufgefallen, dass sich ein Umbruch bei der Freiwilligenarbeit abzeichnet. Die Menschen engagieren sich nach wie vor mit Freude für ihre Mitmenschen und schenken uns einen Teil ihrer Zeit. Die Planbarkeit sinkt jedoch und die Koordination wird aufwendiger. Gleichwohl konnten wir mit weniger Personen mit 41 949 Freiwilligenstunden das hohe Resultat vom Jubiläumsjahr 2022 sogar übertreffen. Die Zufriedenheit der engagierten Personen ist hoch. Wir haben ein breites, sinnstiftendes Angebot und unterschiedlichste Personen finden Platz in der Rotkreuz-Familie. Ein grosses Dankeschön an unsere Freiwilligen!
Wie läuft der Bildungsverbund?
J.S.: Sehr erfreulich. Wir haben Kantonsgrenzen überschritten. Teilnehmende können sich zeitlich und geografisch viel flexibler bewegen und nutzen diese Freiheit auch. Wir haben ein neues Leitungssystem etabliert, drei umfassende Eduqua-Zertifizierungen auf eine Prüfung des Verbundes reduziert und sind eine Organisation geworden. 2024 haben in den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden sowie Zug über 3000 Teilnehmende einen SRK-Kurs oder -Lehrgang absolviert.
Welche Neuigkeiten gibt es aus den Dienstleistungsangeboten?
J.S.: Wir haben die Ziele bei den meisten Angeboten erreicht oder sogar übertroffen. Der Fahrdienst verzeichnete ein Plus von mehr als 20 Prozent (750 000 Kilometer), was die Wichtigkeit unserer Angebote im sozialen Umfeld unseres Kantons verdeutlicht. Nachdenklich stimmt uns, dass die Komplexität der Beratungen stark zunimmt. Unsere Kundschaft ist oft einer Mehrfachbelastung ausgesetzt und die heutigen Familienmodelle sind volatil. Unsere Dienstleistungen stehen allen Menschen off en, doch oft benötigen vor allem diejenigen mit finanziellen und gesundheitlichen Problemen das Rote Kreuz. Wir müssen beweglich sein und haben deutlich mehr Abklärungsarbeiten und höhere Beratungszeiten. Die Betreuungsgutscheine des Kantons Luzern werden genutzt, wir rechnen mehr Leistungen zum tiefsten Sozialtarif ab. Das schlägt sich in unseren Zahlen nieder. Wir sind allen Luzernerinnen und Luzernern dankbar, die ihre Solidarität auch finanziell ausdrücken. Es freut uns deshalb ganz besonders, dass unsere Mitglieder und die Gönnerschaft uns im gleichen Masse wie im Jubiläumsjahr 2022 unterstützt haben. Vielen herzlichen Dank!